weihnachtslied

morgen kinder wird‘s was geben morgen werden wir uns freu‘n küchenmesser fester strick heissa das ist weihnachtglück papa leert so manche pulle mama qualmt und pichelt mit dann beginnen sie zu schrei‘n heute woll‘n wir fröhlich sein. und klein jenny in der ecke drückt das püppchen fest an sich papa kommt heut noch zu ihr schenkt ihr liebe für und für ach ihr frommen eure lieder klingen schön und so vertraut könnt ihr auch in euren chören wimmern klagen schreie hören Joachim Goetz, Nürnberg

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Joachim Goetz: Romantische Weise

Bevor ich schlafen gehe, Hab‘ ich an dich gedacht. So wohl ist mir – so wehe, Im Fenster steht die Nacht. Der Mond läßt sich nicht sehen, Kein Stern am Himmel blinkt. Wie mag’s der Liebsten gehen, Ob sie ein Lied mir singt? Ein Lied von Lieb‘ und Treue, Das klingt so schön wie einst. Ach, wenn du für mich lächelst Und eine Träne weinst! Dann gehst du sacht und milde Den langen Weg zu mir, Wirst mir im Traum zum Bilde, Als bliebst du immer hier.  joachim goetz 2008

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Manfred Korth: Novemberlandschaft

Während am Himmel zwischen den Wolken Azur, Indigo und Zyan tanzen, verlieren sich die mit Curry durchzogenen Ockeräcker in der Ferne in Kaki und Umbra. Flatterndes Bordeaux bei den Maronen, wo die Purpurschnecke gemächlich über Terrakotta nach Siena kriecht, um im dämonisch bläulichen Licht zwischen Tanne und Moos zu ruhen. Nur wenn die blasse Sonne kurzzeitig goldgelb aus dem Nebel spitzt, scheinen Äste im Anthrazit zu wandern.

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„allerdings“

von Joachim Goetz allerdings ich bin nicht edel obwohl ich s gerne wäre aber edel bin ich nicht ich bin nicht hilfreich nun ja zuweilen schon aber wirklich hilfreich bin ich nicht ich bin nicht gut gut bin ich schon gar nicht denn gut und böse gibt es nicht was bin ich dann meine gene meine sozialisation unaufhörlich herr goethe sagte allerdings edel sei der mensch hilfreich und gut er war es auch nicht  joachim goetz sept 2008

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Manfred Korth, „Liedgut“

Ich weiß nicht, was soll das bedeuten, wenn aus grauer Städte Mauern, launische Forellen über sieben Brücken gehen, und die sieben Zwerge aus den blauen Bergen behaupten: Schön ist die Jugend. Der Mond ist bereits aufgegangen und leise rieselt der Schnee und alle Jahre wieder gleich einer ewigen Wiederkehr verkündet des Jägers Klage: Lasst uns froh und munter sein. Ich weiß nicht, was soll das bedeuten. Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt und am Brunnen vor dem Tore der Nachtwächter singt, ja, wenn ich ein Vöglein wäre, und einen Flügel hätte oder wenigstens ein Piano, dann würde ich die alten Lieder wie Sonne, Mond und Sterne erklingen lassen, ja, dann wüsste ich Bescheid.

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Eurydike

kalliope die schönstimmige gebar orpheus mit der lyra niemand konnte wie orpheus singen hat er je gesungen saß er nicht als schatten unter schatten im freudlosen hades ohne stimme ohne lieder verlassen und stumm von der natter gebissen gelähmt eurydike steigt hinab in das dunkel kerberos und charon lassen sie ein von ihrer schönheit gerührt in liebe umfängt sie den schatten die unterwelt lässt sie ziehen eurydike führt ihn ins licht tränenblind wird der geliebte ihr folgen sie wendet sich nicht vertraut der macht die ihn für immer erlösen soll er schlägt die lyra alle geschöpfe rührt sein gesang selbst bäume und steine denn niemand konnte wie orpheus singen erlöst von eurydike  juni 07 joachim goetz

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Manfred Korth „Ins Grün getaucht“

Ins Grün getauchte Gefühle glitzern und glänzen im Tau tropfender Träume; es wuchern und wachsen Blüten, Blätter und Bäume. Welke Wünsche leuchten noch kurz in feurigen Farben, bevor sie wirbelnd fallen; am Ende bilden sie doch nur der Sehnsüchte Narben.   Eisige Winde pfeifen durch kahle Stellen, kalt, gefühllos und ohne Gewähr, in den Adern ruhen neue Säfte, aus denen frische Triebe keimen und quellen, in Kürze ist der Zweig nicht mehr leer. Denn ins Grün getauchte Gefühle glitzern und glänzen im Tau tropfender Träume; es wuchern und wachsen Blüten, Blätter und Bäume.  

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Robert Unterburger „Der Banküberfall“

Es gab eine Zeit, da litt ich permanent unter Geldmangel. Eine hohe Miete, hohe Ausgaben für Auto, Klamotten, Konzertkarten und Luxusartikel sowie ein aufwändiger Lebensstil sorgten dafür, dass bei mir schon regelmäßig am Monatsanfang Ebbe in der Kasse war.

Ich überlegte hin und her, wie ich zu Geld kommen könnte. Bekannte und Verwandte anzupumpen, war nicht mehr möglich, denn die hatte ich schon zu oft angepumpt und die waren mir böse, weil ich es nie geschafft hatte, das geliehene Geld zurückzuzahlen. Von denen würde ich keinen Cent mehr kriegen. Einen Kredit von der Bank bekam ich auch nicht, weil ich in ihren Augen nicht kreditwürdig war.

Blieb nur

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